Liederabend - Ablauf
Unter dem Motto: "Dem Wahren Guten Schönen soll unser Lied ertönen" veranstaltete der Männergesangverein "Eintracht" Eiersheim im örtlichen Gemeindezentrum seinen traditionellen Liederabend. Es war eine gelungene Werbung für den Gesang, die Freude am gemeinsamen Singen war bei allen Akteuren deutlich zu spüren. Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Keller mit Frau, Stadtpfarrer Pater Joachim Seraphin, Ehrendirigent Hubertus Daniel mit Gattin sowie Ehrenmitglieder der Eiersheimer Sänger wurden vom Vorsitzenden Egon Göbel mit allen geladenen Chören aus Külsheim, Uissigheim, Niklashausen, Dittwar und Waldenhausen auf das Herzlichste begrüßt. Auch die Präsidentin des Sängerbundes Badisch Franken, Frau Waltraud Herold konnte vom Vorsitzenden begrüßt werden. Eine feierliche Ehrungszeremonie in der Halbzeit des Liederabends, wobei mit Sänger Paul Rüttling ein neues Ehrenmitglied der Sänger für 50 Jahre aktiven Männerchorgesang in Eiersheim ernannt wurde, rundete einen gelungenen und abwechslungsreichen Liederabend ab.
Schriftführer Wolfgang Krug moderierte den Abend mit humorvollen und sinnigen Einlagen und führte durch das bunte Liedprogramm. Die Bandbreite des aufgeführten Liedgutes war sehr groß und überzeugend. Auf der ganzen Welt erklingen die Töne zur Musik, und Musik verbindet, so der Moderator. Für jedermann, ob jung oder nicht mehr so jung, war etwas dabei, was das Sängerherz berührte.
Der gastgebende Männergesangverein Eintracht Eiersheim mit seiner Dirigentin: Frau Christa Gutmann eröffnete dann auch den Liederabend mit „Seid willkommen in unsrer Runde“ von Gerhard Wöllstein, treffend zum Beginn der gemeinsamen Stunden. Der Eiersheimer Männerchor zeigte sich sehr gut von der neuen Dirigentin Gutmann vorbereitet, und zeigte auch in seinen weiteren Darbietungen große Ausdrucksstärke und Betonungen. Besonders die gefühlvollen Abwechslungen mit Crescendo und Decrescendo beeindruckten im Saal die Gäste. Weiter ging es mit dem "Sierra Madre" (Satz Dieter Bender) im gesungenen Tenorsolo von Hubert Pfeffer.
Der Männergesangverein Eintracht Uissigheim wurde am Liederabend ebenfalls von Dirigentin Frau Christa Gutmann in Vertretung von Christine Bischoff dirigiert. Mit ihrem ersten Vorsitzenden Fritz Krug beeindruckten die Sänger aus Uissigheim die Gäste und sangen „Wir sind die Könige der Welt“ Text G.W.Chr. Starke 1794 F. Silcher und „ Die kleine Bergkirche“ von Karl-Heinz Steinfeld und Walter Geiger.
Mit den Sangesfreunden aus Uissigheim verbinden die Eiersheimer Sänger eine sehr lange Sangesfreundschaft, haben doch beide Vereine den selben Ehrendirigenten Herr Hubertus Daniel. Dieser hörte sehr genau zu, was seine beiden Chöre zum Besten gaben. Auch am Liederabend hatten beide Vereine gemeinsames, Frau Christa Gutmann dirigierte beiden Männerchöre. Aber auch in der Geschichte gibt es schönes zu berichten, so sangen bereits 1952 zur Fahnenweihe in Uissigheim am 25. Mai haben die Eiersheimer Sänger in Uissigheim, ebenso wie am 75-jährigen Stiftungsfest am 10. Juli 1955. Wie schön ist es dann doch, so der Moderator, dass man sich über viele Jahrzehnte prima versteht und sich immer wieder in Sangesfreundschaft begegnet.
Es folgte im Reigen der Liedvorträge der Männergesangverein Harmonie Külsheim mit ihrem Dirigenten Herr Claudiu Muresan und ihrem ersten Vorsitzenden Attila Spielmann und brachten die Liedvorträge "Walzer As-dur“ von Joh. Brahms; Chorsatz Josef Licharz und „Die Nacht“ von F. Abt und W. Floto zu Gehör. Auch mit den Sangesfreunden aus Külsheim verbindet eine Jahrzehnte lange Sangesfreundschaft, das zeigt im Archiv ein Fahnenband der Fahnenweihe zum 40-jährigen Stiftungsfest am 11. Juli 1926.
Dann kamen der Gesangverein Waldenhausen1920 mit Dirigentin Frau Christa Gutmann und mit ihrem ersten Vorsitzenden Ulrich Gegenwarth an die Reihe. Vorgetragen wurden „Das erste Lied“ von Bröll und Kowalski sowie „La Provence“ von Ralf Siegel. Auch hier war die Federführung von Christa Gutmann spürbar. Mit den Sängerinnen und Sängern aus Waldenhausen fühlen sich die Eiersheimer Sänger seit Dezember 2015 verstärkt im Gesang verbunden, haben beide nun gemeinsam Dirigentin Frau Christa Gutmann, welche am Liederabend mit drei Chören ganz schön gefordert war.
Der Männergesangverein Liederkranz Dittwar mit ihrer Dirigentin Frau Edith Lang-Kraft und ihrem ersten Vorsitzenden Alexander Schwarz gaben zu Gehör die beiden Liedsätze „ Sing mit mir“ von Milton Ager (Nach Ain’t she swee - Melodie) und „ Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett “ nach Bill Ramsey, sehr ausdrucksstark und schwungvoll vorgetragen. Auch mit Dittwar besteht eine Jahrzehntelange Sangesverbundenheit, so sangen Eiersheimer Sänger am 25-jährigen Stiftungsfest in Dittwar am 26. Juni 1932.
Den Abschluß des ersten Teiles machten die Sängerinnen und Sänger des Arbeitergesangvereins 1872 Niklashausen mit ihrem Dirigenten Claudiu Muresan, welcher auch mit seinen beiden Chören begeistern konnte und ihrer stellvertretenden Vorsitzenden Frau Christa Flegler. Sie trugen die Liedbeiträge „Der Wanderer“ unbekannter Verfasser und
„In den Gärten der Zeit“ von J. Brel vor.
Der erste Teil des Liederabends zeigte schon, so der Moderator, das auch kleinere Chöre mit ihren Liedern großes bewirken können. Sein Laudatio "Wir singen immer noch, auch wenn wir weniger Sänger werden. Wir geben nicht auf. Immer wieder kann man in der Tagespresse lesen: Gesangverein steht vor der Auflösung, mangelnder Sangesnachwuchs sei die große Ursache. Heute abend, hier und jetzt, können auch wir kleineren Vereine zeigen, daß der Chorgesang nicht Tod ist, sondern lebt. Die Freude am Singen, an Proben und an den Aufführungen ist immer noch vorhanden, und die lassen wir uns auch nicht nehmen." traf treffen die Situation der Gesangvereine im Allgemeinen und der Männergesangvereine im Besonderen.
In der Pause wurden durch die Präsidentin des Sängerbundes Badisch-Franken Ehrungen (siehe nebenstehender Bericht) langjähriger verdienter Mitglieder durchgeführt. Anschließend ging es im Reigen der Liedvorträge munter weiter. Der Gesangverein Waldenhausen1920 eröffnete den zweiten Teil des Liederabends mit „Gestern, Morgen und Heut“ Text und Musik Lorenz Maierhofer sowie „Lebe – Liebe - Lache“ Robert Pappert. Dann kam der Männergesangverein Liederkranz Dittwar mit „Ihr von Morgen-Hymne an die Zukunft“, Udo Jürgens und M. Kunze sowie „Das Meer der Liebe“ Musik Gustav Holst; Chor mit deutschem Text von Bernd Stallmann zu Gehör. Dirigentin Frau Edith Lang-Kraft setzte auch hier mit ihren Sängern ein starkes Ausrufezeichen. Es folgten die Sängerinnen und Sänger des Arbeitergesangvereins 1872 Niklashausen mit „Schön ist der Morgen“ Tradition aus Schottland und „Die Rose“ von A. McBroom.
Der Männergesangverein Harmonie Külsheim brachte dann noch einmal richtig Stimmung auf und sang das "Stimmungslied“ von Gustav Anton und dem „Skandal im Sperrbezirk“ Musik und Text Günther Sigl, sehr flott, sauber und ausgezeichnet vorgetragen. Auch hier ist die Handschrift des Dirigenten spürbar.
Der Männergesangverein Eintracht Eiersheim beendete dann mit „Bajazzo“ von Rudi Kühn; Bearbeitung von Relgnepso und der Volksweise „Wo Musik erklingt wird Dunkelheit erhellt“ Text und Chor von Dieter Frommelt den abwechslungsreichen und sehr gelungenen Liederabend, bei dem sich kein Chor verstecken musste und die Probenarbeiten der letzten Monate jeweils mit starkem Beifall belohnt wurde. WoKru.
Liederabend - Ehrung
Den festlichen Höhepunkt des Liederabends bildete denn auch für den ersten Vorsitzenden Egon Göbel den Höhepunkt des Abends schlechthin. Frau Waltraud Herold, Präsidentin des Sängerbundes Badisch Franken, überbrachte die allerherzlichsten Grüße des Sängerbundes Badisch-Franken, des Präsidiums sowie aller angeschlossenen Vereine und Chöre. Ferner konnte Sie unter den vielen Gästen den Vizepräsident des Sängerbundes Badisch-Frnaken, Alexander Schwarz und den Gruppenvorsitzenden der Sängergruppe Fünf Külsheim, Attila Spielmann herzlich begrüßen. Singen im Chor, so die Präsidentin, ist ein „Hochgefühl“ mit völlig unbedenklichem Suchtpotenzial. Im Grunde ist es für Frau Herold noch eine Untertreibung, denn anders als Drogen zerstört Singen keine Hirnzellen sondern verbindet die Funktionen des Gehirns besser und vielfältiger. Singen ist für die Präsidentin ein gesundes Hobby und es hat lange gedauert, ehe Wissenschaftler festhielten, daß Sänger ein stabileres Immunsystem haben. Frau Herold ist der Überzeugung, daß Chorsingen die soziale Kompetenz fördert und Sänger weniger an Demenz und Depressionen leiden. Singen bedeutet für sie emotionale Kommunikation und funktioniert unabhängig von der Sprache. Singen hat eine völkerverbindende Kraft und bewirkt mit der Weltsprache Musik eine von Herz und Stimme kommende Friedensdemonstration. Singen heißt für sie verstehen, so ist auch das Motto des Deutschen Chorverbandes. „Wer singt streitet nicht und kann nicht streiten.“ Abschließend ihrer Laudatio zitiert Herold den deutschen Dichter Jean Paul: „Mit einer Kindheit voll Singen kann man ein halbes Leben die Kälte der Welt aushalten.“
Mit einem Blick in die Chronik des Jahres 1965 leitet sie dann über zu der Ehrung des neuen Ehrenmitgliedes Paul Rüttling. In jenem Jahr trat der Sänger des zweiten Tenors, Paul Rüttling, in den Männergesangverein Eiersheim ein. Es erhielt für 50 Jahre aktiven Singen im zweiten Tenor des Männergesangvereins Eintacht Eiersheim Paul Rüttling eine goldene Sängernadel und eine Urkunde des Sängerbundes Badisch-Franken und vom Verein durch Egon Göbel Urkunde und Präsent und wurde zum Ehrenmitglied der Sänger ernannt. Für 25 Jahre aktiven Singens im ersten Tenor wurde Kurt Krug mit silberner Ehrennadel des Sängerbundes und Urkunde und mit Präsent und Urkunde und seitens des Vereins wurde Kurt Krug ebenfalls durch Egon Göbel mit Urkunde und Präsent geehrt.
In ihrer Laudation kam Präsidentin Waltraud Herold auf die Funktionäre des Vereins zu sprechen, ohne die eine gelungene Vereinsarbeit nicht möglich wäre. Geehrt wurden Sänger Egon Göbel (erster Bass), welcher seit 15 Jahren als Funktionär in verschiedenen Ämtern des Männergesangvereins Eiersheim erfolgreich agierte. So war Göbel vier Jahre stellvertretender Vorsitzender, vier Jahre Fähnrich, acht Jahre Schriftführer und ist seit vier Jahren deren erster Vorsitzender. Für die Präsidentin strahle Egon Göbel eine große Freude aus, die er auch auf seine Sangeskameraden überträgt. Waltraud Herold meinte Augenzwinkernd, nun fehle Herrn Göbel nur noch das Amt des Kassierers und des Notenwartes, dann hat er alle wichtigen Funktonen bewältigt. Egon Göbel wurde von der Präsidentin der dazugehörenden Urkunde des Sängerbundes Badisch Franken geehrt. Für die Präsidentin ist es schließlich nicht selbstverständlich, einem Verein über einen so langen Zeitraum in verschiedenen Ämtern zu unterstützen. Ferner wurde Wolfgang Krug als Schriftführer für seine bisherige 15-jährige Tätigkeit mit Urkunde geehrt. Beide erhielten auch vom Verein eine Urkunde mit Präsent.
Die Präsidentin Waltraud Herold ging in ihren jeweiligen Ehrungen auf die jeweiligen geehrten persönlich ein und dankte allen für den christlichen Auftrag, „einander zu dienen“.
Mit einem Spruch des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt beendete die Präsidentin Frau Herold ihre Ansprache. Dieser mahnt an alle an: „Es geht um Bewahrung und immer neue Erschaffung der Musikkultur der Lebenden. Lasst uns also dafür sorgen, daß in unseren Wohnungen und in unseren Schulen gesungen wird und Musik gemacht wird. Auf daß die Nachwachsenden lernen, daran Freude zu haben.“
Dann sprach Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Keller die Schlußworte des Festaktes. Gemäß dem Motto des Liederabends „Dem wahren guten Schönen soll unser Lied ertönen“ begann Manfred Keller seine Ausführungen beim Festakt. Für ihn steht dieser Liederabend ganz im Zeichen des Chorgesanges. Keller dankt allen Chorsängerinnen und Chorsänger für ihren jeweiligen Einsatz im Sinne des gemeinsamen Singens. „Singen in Gemeinschaft trägt erheblich zum seelischen und körperlichen Wohlbefinden bei“, so Keller. Geselligkeit und Gemeinsamkeit sind ebenfalls für ihn wichtige Aspekte. Besonders den geehrten und dem neuen Ehrenmitglied dankt Manfred Keller, ohne deren Arbeit und Hilfe eine ordentliche Vereinsarbeit nicht zu leisten wäre. Mit dem schönen Wunsch auf unbeschwerten Kunstgenuss beendete Bürgermeister-Stellvertreter Keller seine Rede. Wokru.



