Redner würdigten das herausragende Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger. Die Menschen und das Gebäude gesegnet.

Eiersheim. Mit der Einweihung der Dorfscheune am Sonntag hat die Ortschaft Eiersheim eine neu gestaltete Dorfmitte. Pater Joachim Seraphin nahm die Segnung vor, Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Goldschmitt und Organisator Kurt Trefs hielten Reden, die Eiersheimer Musikanten spielten vor großem Publikum zum „Frühschoppenkonzert böhmisch-mährisch“ auf.
Pater Joachim Seraphin lud ein zum Innehalten just in dem Moment, als die örtlichen Kirchenglocken zu Mittag läuteten. Er sagte, man wolle danken für dieses Gebäude, das der Gemeinschaft diene. Man wolle gemeinsam um den Segen für die Dorfscheune bitten, worauf das gemeinsame „Vater unser“ folgte. Der Pater erteilte den Segen den Menschen und dem Gebäude. Er überreichte Organisator Kurt Trefs ein Kreuz als Zeichen dafür, dass alle und die Dorfscheune unter dem Segen Gottes stehen.
Jürgen Goldschmitt sagte, dies sei ein wunderschöner Tag für alle. Für die Dorfgemeinschaft hatte er die positive Nachricht, einen Scheck über 100 Liter Freibier mitgebracht zu haben. Goldschmitt erinnerte daran, dass die Eiersheimer sich schon vor vielen Jahren einen neuen Dorfmittelpunkt gewünscht hatten. Die Arbeiten an der alten Scheune an der Tauberbischofsheimer Straße dauerten von Frühjahr 2017 bis Sommer 2020. Über 80 Bauhelfer, vom fleißigen Rentner im Alter von 80 Jahren bis hin zur Jugend, hätten für das Werk zirka 6500 Arbeitsstunden geleistet. Die Eiersheimerinnen und Eiersheimer hätten die Hauptlast der tollen Umbaugeschichte getragen, Kurt Trefs, Wolfgang Gotsch, Heinz Kremer und Kurt Krug die Arbeiten koordiniert und den Karren gezogen. Diesen gelte besonderer Dank.

Goldschmitt listete die an dem Projekt beteiligten Firmen auf, würdigte alle an diesem Beteiligten und verwies auf den erfolgten Zuschuss in Höhe von 18 200 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Die Gesamtkosten der Maßnahme bezifferte er auf zirka 250 000 Euro. Der Redner freute sich stellvertretend für alle über Spenden von Vereinen und Privatpersonen, die sich auf insgesamt rund 5000 Euro belaufen.
Organisator Kurt Trefs nannte die Mitglieder des Gemeinderats, die damals für die Umnutzung der Scheune gestimmt hatten und bereit gewesen seien, noch einige Euro nachzuschießen, als das Geld verbraucht gewesen sei. An der Stelle der heutigen Dorfmitte habe sich bereits früher der Dorfmittelpunkt befunden – das Rathaus, der Dorfbrunnen und vor allem der Lindenbaum. Hier sei getanzt worden, man habe sich hier getroffen und hier habe es nach dem sonntäglichen Gottesdienst die wichtigsten Meldungen für die Bürger gegeben.
Über viele Jahre hinweg sei die Maßnahme im städtischen Haushaltsplan von einem zum nächsten übertragen worden. Zurückblickend habe sich das als gut erwiesen. Denn nach der Schließung des letzten Gasthauses im Ort habe man die Pläne an die neue Situation anpassen können. Nun verfüge man über ein Schmuckstück. Aufgrund der Veränderungen habe die zuerst eingestellte Summe keineswegs reichen können und auch die zum Schluss bereitgestellten Mittel hätten dieses Projekt nicht zur Hälfte realisiert, betonte Trefs. Nur durch die überdurchschnittliche Eigenleistung, durch Spenden und die anstrengende Leistung der Donnerstagsbewirtung könne man das Gebäude unterhalten und die Restmaßnahmen Schritt für Schritt finanzieren. Die Arbeiten seien unfallfrei und harmonisch verlaufen, freute sich der Redner, der sich ebenfalls bei Beteiligten bedankte. Auf das Projekt könne und solle man stolz sein.
Zum Abschluss intonierten die Anwesenden miteinander das „Eiersheimer Lied“.
Text und Bilder: Hans-Peter Wagner, Fränkische Nachrichten vom 27. Juni 2023 (Ausgabe Tauberbischofsheim, S. 10).